Schutz der Federn vor Schädlingen

Schutz der Federn vor Schädlingen

Die von mir angebotenen Federn nenne ich bewußt „naturbelassen“. Außer einer schonenden Wäsche erhalten diese Federn keine weitere chemische Behandlung. Das schließt ganz bewußt die Verwendung von Giften zum Schutz vor Fraßschädlingen aus.

Frass-Detail
Diverse Schädlinge wie Milben, Motten oder Käfer, aber auch Mäuse können die wertvollen Pfeilfedern durch Fraß vernichten oder zumindest stark beschädigen. Der Schaden wird oft erst erkannt, wenn das Werk bereits vollendet ist. Es ist deshalb unbedingt notwendig, die Federn mit geeigneten Maßnahmen zu schützen.



Mottenfras an Truthahnfedern

An dieser Stelle werde ich nicht auf die Verwendung diverser Gifte eingehen. Für die Beratung sind die einschlägigen Verkaufsstellen zuständig. Ich möchte lediglich Mottenkugeln oder Mottenpapiere als Beispiele nennen. Die von mir genannten Maßnahmen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.


Die beste Schutzmaßnahme vor Fraßschädlingen ist die richtige Aufbewahrung der Federn. Dicht schließende Behältnisse wie Kunststoffboxen, Alukisten, Vorratsgläser oder stabile Folienbeutel sind nur einige Beispiele. Entscheidend ist dabei, dass die Behälter wirklich dicht sind. Gummidichtungen sind nahezu unerläßlich, um den Schädlingen den Zutritt zu verwehren. Die Fugen und Ritzen eines Schuhkartons beispielsweise sind für eine Milbe geöffnete Scheunentore!

Folienbeutel oder Kunststoffbox als Verpackung für Federn
Federn-Verpackung


Sollen die Federn über längere Zeit gelagert werden, empfiehlt es sich sie zunächst über einige Tage in die Gefriertruhe oder den Gefrierschrank zu legen. Temperaturen von üblicherweise –18° C sind ein überzeugendes Argument gegen Motte & Co. Den Federn schadet dieser Vorgang nicht. Man kann diesen Vorgang mehrmals im Jahr wiederholen, um auf Nummer sicher zu gehen.

Federn-ueber-Dampf
Auch mit Hitze können die Federn geschützt und notfalls gleichzeitig desinfiziert werden. Eine gute Methode besteht darin, die Federn in Wasserdampf zu halten. Aber Vorsicht! Wer aus Versehen den Finger in den Dampf hält, riskiert schwere Verbrennungen!



Wasserdampf tötet Schädlinge ab und richtet zerdrückte Pfeilfedern auf

Verschiedene Düfte wirken auf Fraßschädlinge abweisend. Bewährte „Hausmittel“sind Lavendelblüten oder –öl und auch die sog. Zedernholzklötze (dabei handelt es sich eigentlich um eine Wacholderart), die zum Schutz vor Motten in Schränke gelegt werden. Wer für seine Pfeile Zedernschäfte verwendet (auch hier handelt es sich nicht um Zedernholz, sondern um die als Port-Orford-Cedar bezeichnete Lawson Scheinzypresse, lat. chamaecyparis lawsoniana), kann die beim Anspitzen anfallenden Späne genauso benutzen.

Weniger bekannt dürfte druckfrische Zeitung als bewährtes Abwehrmittel sein. Man legt einfach etwas Papier mit zu den Federn in den Behälter. Entscheidend ist hier, dass die Zeitung wirklich frisch aus dem Druck kommt und die Farbe stark riecht und möglichst noch etwas feucht ist. Ich habe schon Federn gesehen, die in den fünfziger Jahren mit der frischen Tageszeitung verpackt wurden und noch wie neu sind!

Wie eingangs erwähnt, erhebt dieser Artikel keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Hinweise auf andere geeignete Schutzmaßnahmen nehme ich gerne entgegen und arbeite sie bei Bedarf ein.

Abschließend weiße ich noch auf die Seite „Reinigen von Federn“ hin.